Hospizarbeit

Wie gehen wir mit unserer Trauer um?

verfasst von Claudia Broedermann

 

Meine Trauer ist rot – für die Unruhe in mir.

Meine Trauer ist blau – für die Einsamkeit, die Leere und alle ungestillten Sehnsüchte.

Meine Trauer ist schwarz – für die Verzweiflung und den Abgrund in meiner Seele.

Meine Trauer ist braun – für das Ringen um Boden unter meinen Füßen.

Meine Trauer ist gelb – für alle Schätze, die mir dennoch zuteil werden,
für das Licht, das immer wieder für mich scheint und für die Menschen,
die die Sonne zu mir bringen.

Meine Trauer ist grün – für die Hoffnung, die Zuversicht und das Wissen darum,
dass es immer weiter geht.

Meine Trauer ist weiß – für alle Schutzengel, die mich an der Hand halten, mich trösten und Balsam meiner Seele sind und für die Kraft,
die mich durch diese Zeit trägt, ohne dass ich ihren Ursprung kenne.

Meine Trauer ist bunt wie ein Kaleidoskop – für alle Gefühle in mir, die sein wollen und sein dürfen. Ich lasse sie zu und halte sie aus,
gebe ihnen Raum zum Leben und zur Verwandlung.

Andrea Böttler

 

Die Farben der Trauer – dieser Text ist all das, was Angehörige und Freunde spüren, wenn ein geliebter Mensch von ihnen geht. Die Farben sind Synonyme für Schmerz und Verlust – unsere Gefühle.
Die Trauer gehört zum Leben. Doch wie geht man mit Trauer um, ohne an diesen Gefühlen zu zerbrechen?
„So paradox es auch klingen mag. Der schmerzhafte Weg durch die Trauer hilft, sich eines Tages dem Leben verändert zuzuwenden. Wenn wir trauern, fließt die Traurigkeit aus der Seele heraus. Sie ist eine zutiefst menschliche Reaktion unseres Köpers und unserer Seele.“, sagt der Dresdner Trauer- und Traumatherapeut Dr. Dittmar Rostig.
Aber was heißt das? Die Traurigkeit fließt aus unserer Seele heraus. Das muss sie tun. Wie sonst könnten wir das Erlebte je verarbeiten? Durch Gespräche, Berührungen oder einfach nur Schweigen – oft begleitet von Tränen – lösen wir unsere innere Anspannung und befreien unsere Seele. Das ist harte Arbeit, für die es Zeit und Raum braucht. Es ist aber eine Arbeit, die sich lohnt. Begleitet von dem Wunsch nach Orientierung, Struktur und Halt kämpfen wir unsere Trauer frei. Wir nehmen Abschied.
Und natürlich tut Abschiednehmen weh. Nicht nur unser Herz und unsere Seele weinen, auch unser Körper schmerzt, unsere Energie lässt nach oder wir stürzen uns in unsere Alltagsaufgaben. Wichtig aber ist, dass wir die Trauer ausleben und in keinem Fall verdrängen. Wir würden daran zerbrechen und nie mehr Freude empfinden können.
In der Trauer kehrt aber auch die Liebe zurück. Die verstorbene Person wird immer einen Platz in unserem Leben haben – das soll sie auch. Denn dieser Mensch hat uns etwas mitgegeben auf unseren ganz eigenen Lebensweg. Etwas, was für immer bleiben wird. Es begleitet uns in Liebe und Zuversicht auf all unseren Wegen. So können wir in die Zukunft schauen und uns neuen Aufgaben zuwenden. Wir werden mutiger, denn wir wissen, dass wir einen schweren Weg gegangen sind und ihn bewältigt haben. Die Trauer wird nie ganz weg sein, aber sie wandelt sich.
So wird Trauern zum liebevollen Erinnern.
Das Verlorene hat unser Leben reicher gemacht.


 

Erfahrungsbericht mit dem Palliativdienst Luckenwalde von Frau Spittler aus Rangsdorf


Lasst uns dankbar sein gegenüber Menschen,

die uns glücklich machen.

Sie sind die liebenswerten Gärtner,

die unsere Seele zum Blühen bringen.

Marcel Proust

 

Luckenwalde, im November 2013

Liebe Freunde, Unterstützer und Mitstreiter der Sache

 

auch in diesem Jahr erbitten wir wieder eine Spende von Ihnen, eine Spende von Menschen von hier für Menschen von hier. Ihre Spende an unseren Verein bleibt hier in unserer Region und bedarf keiner großen Organisation, um sie dem Spendenzweck entsprechend zu verteilen. Und Ihre Spende kommt denen Zugute, die sich den Schwächsten der Gesellschaft zuwenden – Schwerstkranken und Sterbenden. Unser Anspruch ist es, Ziele und Projekte, aber auch unsere Arbeit und Ergebnisse in vielfältigster Weise transparent in die Öffentlichkeit zu tragen.

 

Unser Verein hat in den zehn Jahren seines Bestehens 86 ehrenamtliche Hospizhelfer ausgebildet. Zurzeit stehen 44 dieser Hospizhelfer der Koordinatorin für die Begleitung Sterbender zur Verfügung. Sie, die Sterbebegleiter, gehen zu den Betroffenen Schwerstkranken nach Hause, schenken ihnen die Zeit, die das ambulante Pflegepersonal und die Ärzte nicht zur Verfügung haben. Sicher können Sie sich vorstellen, welche seelische Not einen unheilbaren Menschen befällt, wenn ihm die Diagnose vom Arzt mitgeteilt wird. Die Ehrenamtlichen hören zu, führen Gespräche und vermitteln. Sie leisten diese Aufgabe in ihrer Freizeit unentgeltlich. Sie werden mit Supervisionen und Fortbildungen entlastet, aber die menschliche Anerkennung und Würdigung dieser Leistung ist ebenso wichtig. In Veranstaltungen, wie den „Wohlfühltag“, die Weihnachtsfeier und/oder einen Neujahrsempfang wird die Arbeit der Ehrenamtlichen gewürdigt. Ihre Spende ist diesem Zweck gewidmet.

 

Es würde uns sehr freuen, wenn auch Sie mit einer Spende die Arbeit der Ehrenamtlichen  anerkennend würdigen. Wir sind dankbar für jede Spende. Sie können diese auf unser Konto bei der VR-Bank Fläming eG, BLZ 160 620 08, Konto 210 114 9400 überweisen. Eine Spendenbescheinigung, die Sie bei Ihrer Steuererklärung verwenden können, wird Ihnen umgehend zugeschickt.

 

Im Namen des gesamten Vorstandes grüße ich Sie mit vielen guten Wünschen für das bevorstehende Weihnachtsfest und für das Neue Jahr 2014

 

Ihr

 

Dr. U. Fleck

Vorstandsvorsitzender

 

Weihnachtsbrief 2013-1
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